Planung ist alles – Organisation für Autoren

Der Jahresbeginn ist nicht nur die Zeit der guten Vorsätze, sondern auch für mich als Schriftsteller, die Struktur des Jahres zu planen. Welche Ziele sind realistisch? Wo nehme ich mir zu viel vor? Der Vorteil: Mit frühzeitiger Planung erreiche ich meine Ziele besser.

Planung

Planung gibt mir Sicherheit

Ich wäre gerne einer dieser Autoren, die vier Bücher in einem Jahr veröffentlichen. Aber das ist Wunschdenken. Es besteht keine Hoffnung, dass ich das in Zukunft einmal schaffen werde. Vollzeit- und Nebenjob, ein Lebensgefährte und die Pferde beanspruchen ebenfalls meine Zeit. Das ist auch gut ist. Umso wichtiger ist, die vorhandene Zeit effizient zu nutzen. Damit ich dann nicht ziellos ins Blaue schreibe, versuche ich, mir realistische Ziele zu setzen. Dafür benutze ich den Jahresplaner. Damit plane ich so weit wie möglich, am besten schon für das ganze Jahr. Das ist ohne weiteres möglich, wenn man seine Ziele kennt. Wenn ich sie aufschreibe, werden sie zum Dogma und helfen mir, mich an meine Vorgaben zu halten.

Planung ist zielgerichtet

Bevor ich mit der Planung anfangen kann, muss ich meine Ziele für 2018 definieren. Jetzt ist das bei mir recht simpel. Ich möchte jede Woche einen Blogbeitrag schreiben und meinen vierten Roman veröffentlichen. Natürlich könnte ich mir vornehmen, die besagten vier Romane rauszuhauen. Es wäre natürlich Quatsch, mir solch einen Knüppel vor die Füße zu werfen, über den ich auf jeden Fall stolpern werde. Also bleibe ich da mal schön realistisch. Letztes Jahr wollte ich zwei Romane veröffentlichen. Das hat leider nicht geklappt. Tulpenfrieden erscheint jetzt erst im Februar, drei Monate später, als ich es eigentlich vorhatte. In dem Fall habe ich mich mit meiner Planung selbst unter Druck gesetzt. Also schalte ich erst einmal wieder einen Gang zurück.

Wie sieht meine Planung denn jetzt aus?

Ein Romanprojekt für mich als Selfpublisher besteht aus verschiedenen Stufen:

  • Plotten
  • Recherche
  • Schreiben
  • Überarbeiten
  • Buchsatz

Dazu kommen noch:

  • Testleser
  • Korrektorat

Die beiden Punkte kosten mich bei der Planung allerdings keine zusätzliche Zeit, da ich in dieser Zeit bereits parallel eine andere Aufgabe in Angriff nehmen kann.

Wenn ich von 84.000 Wörtern für mein nächstes Projekt ausgehe, welche Wocheneinteilung ist für mich nun sinnvoll?

Plotten

Bei meinem ersten Buch habe ich den Fehler gemacht und zu wenig geplottet. An dieser Stelle entscheidet sich, wie dicht meine Geschichte nachher wird. Auf Planen und drauflos Schreiben bin ich in einem anderen Artikel schon einmal eingegangen. Ich bewundere Autoren, die das können. Ich gehöre allerdings nicht dazu. Ich brauche eine Zeit, in der ich meine Haupt- und Nebenhandlungen spinnen kann. Daher veranschlage ich für meinen Plot drei Wochen.

Recherche

Eines vorweg: Man kann auf jeden Fall zu viel recherchieren. Ich hatte dabei immer das Gefühl, etwas für meine Geschichte zu tun. Bis ich herausgefunden habe, dass ich nur nach einem Grund suchte, nicht zu schreiben. Trotzdem muss ich etwas wissen über die Schauplätze meiner Geschichte und über die Dinge, die in meiner Geschichte vorkommen. Daher nehme ich mir dafür eine Woche Zeit.

Schreiben

Das ist der zeitintensivste Batzen für mich. Am Anfang habe ich versucht, 2000 Wörter am Tag zu schreiben. Das habe ich jedoch schnell wieder gelassen. Mein Ziel sind nun 6.000 Wörter pro Woche, die ich in fünf Tagen schaffen will. Klappt das nicht zwischen Montag und Freitag, habe ich noch den Samstag als Puffer. Zur Not auch noch den Sonntag. Außerdem darf ich nicht vergessen, dass ich spätestens samstags noch meinen Blogartikel schreiben muss. Daher habe mit meiner Planung nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt. 1.200 Wörter schaffe ich mittlerweile in einer Stunde. Für meinen ersten Entwurf brauche ich also 14 Wochen.

Überarbeiten

Wie viel Zeit veranschlagt man für eine Überarbeitung? Dafür gibt es kein Patentrezept. Das ist für jeden unterschiedlich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit der Hälfte der Zeit gut zurechtkomme, die ich für den ersten Entwurf gebraucht habe. Also, 7 Wochen.

Dann geht meine Geschichte zu den Testlesern und danach in Korrektorat. Das dauert ca. vier Wochen. Die Zeit ist jedoch nicht verloren. In meiner Planung ist das bereits die Zeit fürs Plotten und Recherchieren der nächsten Geschichte.

Buchsatz

Das ist der Bereich, den Verlagsautoren bei ihrer Planung nicht berücksichtigen müssen. Ich als Selfpublisher muss mich allerdings damit beschäftigen. Das ist gar nicht mal schlecht. So gehe ich mit meiner Geschichte den kompletten Weg bis zum fertigen Buch. Hier nehme ich mir eine Woche Zeit.

Wenn ihr jetzt nicht mitgerechnet habt: Wir haben jetzt 26 Wochen gesamt. Mit dieser Planung könnte ich doch zwei Bücher im Jahr veröffentlichen? Leider nein. Dafür kommt zu oft etwas dazwischen. Urlaub, Familienfeiern, Überstunden, Krankheit. Oder einfach mal so überhaupt keine Lust nach einem stressigen Tag. Daher mache ich eine Planung für 26 Wochen und rechne 13 Wochen als Puffer dazu. So komme ich immerhin auf ein Buch in neun Monaten und den Erfolg, jedes zweite Jahr zwei herausbringen zu können.

Planung bringt einen zum Handeln

Bücher zu schreiben hat mich zur Planung gezwungen. Ich wollte aus der “Irgendwann-Phase” heraus und die “Genau dann-Phase” erreichen.     Mit einer realistischen Planung hat man den ersten, wichtigen Schritt getan. Letztes Jahr habe ich den Fehler gemacht, mir zu viel vorzunehmen. Was habe ich davon gehabt? Nichts. Außer, dass ich mich schlecht fühlte. Aber Schreiben soll Spaß machen. Mit weniger Zeitdruck und mehr Planung ist ebenfalls die Qualität meiner Geschichten besser gewährleistet. Und das ist schließlich auch was Tolles.

Wie geht ihr vor? Plant ihr oder lasst ihr euch durch das Jahr treiben? Wart ihr erfolgreich damit? Was würdet ihr anders machen?

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