NaNoWriMo – Der steinige Weg zum langen Text

Der NaNoWriMo – der National Novel Writing Month – wird oft als Startschuss für die Erstschrift einer Geschichte genutzt. Aber ist das auch sinnvoll?

NaNoWriMo

Schreibmarathon für Schreibwahnsinnige

NaNoWriMo bedeutet mindestens 50.000 Wörter in 30 Tagen. Was auf den ersten Blick als nicht zu bewältigen scheint, wird durchaus weniger erschreckend, wenn man es in kleine Portionen von 1.667 Wörter pro Tag aufteilt. Trotzdem ist es auch dann noch eine ziemliche Menge, wenn man neun Stunden am Tag auf der Arbeit ist, einen Lebensgefährten und einen Haushalt hat. 2015 und 2016 habe ich bereits am NaNoWriMo teilgenommen. Letztes Jahr allerdings nicht, da ich zu dem Zeitpunkt noch keinen Plot für eine neue Geschichte hatte. Dieses Jahr hielt ich den NaNoWriMo nochmal für eine gute Idee, da meine Story schon ziemlich ausgefeilt war. Aber vielleicht war das doch keine ganz so gute Idee.

Gut geplant ist halb gewonnen?

Eines vorweg: Ich bin voll im Plan. Das ist der Vorteil eines gut strukturierten Plots. Ich habe ihn diesmal auf 60 Szenen verteilt und pro Szene 850 Wörter angesetzt. Daher wird es wohl eine Punktlandung. Trotzdem bin ich dieses Jahr mit dem NaNoWriMo nicht zufrieden. Die ersten beiden Male lief es besser. Ich vermute, dass das an der Anspruchshaltung liegt, dich ich mittlerweile an mich habe. Selbst bei der Erstschrift müssen meine Texte eine gewisse Qualität aufweisen, sonst bin ich nicht zufrieden. Das liegt in dem Fall noch nicht mal am Plot, sondern in der Art der Geschichte selbst. Vielleicht war es keine gute Idee, ausgerechnet beim NaNoWriMo einen Genrewechsel vorzunehmen.

Werde ich nochmal am NaNoWriMo teilnehmen?

Natürlich weiß ich nicht, wie ich in in ein paar Jahren darüber denke, aber ich glaube, dieses Jahr wird für eine lange Zeit das letzte Mal gewesen sein. Die Nachteile überwiegen für mich einfach. Ich schreibe momentan an einem Text, von dem ich weiß, dass fast kein Satz mehr davon stehen bleiben wird. Der Zwang, 1.700 Wörter am Tag schreiben zu müssen, schadet meinem Text. Ich ertappe mich beim Schwafeln. Ich werde mit der Geschichte nicht warm, ich kann keine richtige Stimmung erzeugen. Die ersten beiden Male habe ich es noch auf mich und nicht auf den NaNoWriMo geschoben. Jetzt weiß ich, dass es nicht an mir liegt. Es gibt auch ein Leben ohne den NaNoWriMo.

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