Sich erfolgreich von Figuren trennen

sich von Figuren trennen

Deine Geschichte ist zu Ende und du hast schon eine Idee für die nächste? Sich von Figuren trennen ist allerdings nicht so einfach wie erhofft.

Wie jetzt? Die sind doch gerade erst eingezogen?

In meinem Beitrag Mitbewohner gesucht habe ich geschrieben, dass ich meine Charaktere bei mir einziehen lasse, damit ich sie richtig kennenlernen kann. Aber wie das mit Gästen so ist, wenn sie sich zu lange einnisten, werden sie lästig und blockieren den Platz für die nächsten, die bereits vor der Tür stehen. Ich musste eine Methode finden, mich endgültig von ihnen zu trennen.

Sie erfolgreich von Figuren trennen – gar nicht so einfach

Nach Gas und Galle lungerten die Dorfbewohner noch eine ganze Weile in meinem Kopf herum. Das wurde zum Problem, da ich mich bemühte, die Darsteller vom forensischen Gemetzel richtig kennenzulernen. Aber irgendwie fand ich keinen Zugang zu ihnen. Die Personen verschwammen in den beiden Geschichten und blieben nicht da, wo sie hingehörten. Die Bewohner von Muckeringen waren nicht bereit zu gehen. Daher musste ich einen drastischen Schritt machen, um meine Verbindung zu ihnen endlich zu kappen.

Sich von Figuren trennen ist ein harter Kampf

Irgendwann kommt der Moment, an dem ihr euch von den Charakteren eurer Geschichte trennen müsst. Am besten endgültig. Es sei denn, ihr schreibt an einer Serie. Dann solltet ihr ihnen liebevoll – aber bestimmt – klarmachen, dass sie für eine gewisse Zeit nicht an erster Stelle stehen werden. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie schwierig das für J.K. Rowling gewesen sein muss, nachdem sie die Harry Potter-Bücher abgeschlossen hatte. Es ist noch nicht einmal gesagt, dass sie es bereits geschafft hat. Wahrscheinlich eher nicht. Sich von Figuren trennen ist keine leichte Aufgabe.

Raus aus meinem Haus!

Ich konnte mich von den Geistern des vergangenen Buches lösen, indem ich die Charaktere Stück für Stück wieder so demontierte, wie ich sie zusammengesetzt hatte. Das klingt vielleicht ein bisschen irre, ist es aber keineswegs. Es ist einfach ein psychologischer Prozess. Die erste Idee der Figur bis hin zum fertigen Charakter besteht aus vielfältigen Schichten. Bei mir ist das zuerst immer nur der Hauch einer Idee, was für ein Typ Mensch meine Figur im Groben ist. Danach mache ich mir Gedanken über das Aussehen, später welche über die Feinheiten seines Wesens. Um den Gedanken an ihn loszuwerden, entblättere ich ihn einfach so lange, bis er wieder zum Hauch wird. Ich nehme ihm die Menschlichkeit, die ihn ausgemacht hat. Das mag grausam klingen, aber damit schaffe ich es, mein Haus zu räumen. Die Darsteller der neuen Geschichte warten schon darauf einzuziehen.

Wie kannst du dich von Figuren trennen, um dich auf die deiner neuen Geschichte konzentrieren zu können?

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