Chronologisch schreiben oder wild drauflos?

Die Geschichte ist im Kopf und will raus. Aber der Plot steht noch nicht richtig. Soll ich trotzdem schon anfangen oder doch besser chronologisch schreiben?

Chronologisch schreiben

Von Einsicht und dem richtigen Zeitpunkt

Ich kann mich noch gut an die Planung von Gas und Galle erinnern. Die hat unheimlich lange gedauert – ein ganzes Jahr – und selbst dann hatte der Plot noch Schwächen. Aber der NaNoWriMo 2015 stand in den Startlöchern. An dem wollte ich unbedingt teilnehmen. Das war auch im Nachhinein betrachtet auf gar keinen Fall ein Fehler. Ich fühlte mich trotzdem einigermaßen vorbereitet und hatte die Hoffnung, alles andere käme dann wie von selbst. Dabei habe ich bei der Entstehung des Textes einiges über mich und meine Arbeitsweise gelernt und erkannt, dass Vorgehensweisen nicht in Stein gemeißelt sind und durchaus variabel sein können.

Chronologisch ist nicht immer chronologisch

Ziel des NaNoWriMo ist es ja, 50.000 Wörter in 30 Tagen zu schreiben. Diese Anzahl passte haargenau auf die Länge meines Hauptstrangs. Also war der perfekt dazu geeignet, chronologisch zu schreiben. Quasi eine abgeschlossene Geschichte in einer Geschichte. Aber genau das sollte sich nachher als großes Problem herausstellen. Denn was ich für chronologisch hielt, war eigentlich nichts anderes, als wild draufloszuschreiben. Hätte funktionieren können, wenn der Plot vorher komplett geplant, durchdacht und auf Fehler abgeklopft worden wär. Sicher rutscht einem immer noch etwas durch, aber es wäre einfacher gewesen, die Logikfehler auszumerzen. So blieb der Hauptstrang, was er war. Halt chronologisch.

Aber das wolltest du doch?

Stimmt. Das wollte ich auch. Ich hatte nur eines nicht bedacht. Die Nebenstränge passten nachher nicht mehr. Sie sollten wie Zahnräder in den Hauptstrang eingreifen und ihn damit ergänzen und lebendiger machen. Der war aber chronologisch in sich so abgeschlossen, dass ich beim Schreiben der Nebenhandlungen in arge Bedrängnis geriet. Es knirschte im Getriebe. Die Zahnräder fügten sich nicht ineinander. Es hat mich etliche Mühe gekostet, dass wieder hinzukriegen und leider ist es mir auch nicht mehr perfekt gelungen. Daher habe ich meine Definition von chronologisch überdenken müssen. Heute schreibe ich wirklich chronologisch. Szene für Szene. Nach einem sauber ausgearbeiteten Plot.

Einen tollen Artikel über Planung findet ihr übrigens auf dem Blog von Richard Norden.

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