Charaktere erschaffen und glaubhafte Figuren erhalten

Charaktere erschaffen und glaubhafte Figuren erhalten mit dem Charaktersketch-Download als PDF

Charaktere erschaffen? Ab auf die Couch!

Zuerst die gute Nachricht: Du musst dieses Blatt nicht auf einmal ausfüllen!

Charaktere entwickeln sich. Dazu wird es noch Tipps in einem anderen Beitrag geben. Vieles an deinen Charakteren kann sich während des Schreibens verändern. Trotzdem solltest du zumindest die psychologische Seite deines Charakters kennen, um glaubhafte Figuren zu haben. Das ist wichtig dafür, wie sie in der Geschichte auf Situationen und Probleme reagiert. In den psychologischen Ansätzen finden sich Teile des Big-Five-Persönlichkeitsmodells, das häufig bei der Beurteilung von Bewerbern eingesetzt wird. Es liefert interessante Erkenntnisse, wie sich eine Person verhalten wird.

Haltung? Bruch? Medaille?

Alles eine Frage der Einstellung!

Warum ist dein Charakter so und nicht anders? Um diese Frage zu beantworten müssen wir seine Haltung kennen. Welche Werte hat er? Wofür steht er? Keine Sorge, du musst nicht endlos in seiner Vergangenheit rumwühlen, sofern die nicht wichtig für deine Geschichte an sich ist. Es reicht meiner Meinung nach völlig, seine innere Einstellung am Beginn der Geschichte zu kennen. Die gibt vor, wie er sich bei zukünftigen Situationen verhalten wird.

Ist der langweilig!

Du hast deinen Charakter geplant und freust dich, dass er „rund“ geworden ist? Vergiss es! Es gibt nichts Langweiligeres als ausgewogene Charaktere. Von einem Serienmörder weiß man, dass er Menschen umbringt. Gähn. Wie wäre es aber, wenn der Mörder nebenbei verwahrloste und kranke Tiere aufpäppelt? Schon gar nicht mehr so einfach ihn zu hassen, nicht wahr? Der Leser könnte fast so etwas wie Sympathie für ihn aufbringen, wäre da nicht das Zerstückeln von… ach, lassen wir das. Aber du siehst worauf es ankommt. Dein Charakter braucht einen Bruch in seiner Persönlichkeit.

Was für ein toller Typ!

Gibt es etwas, das deinen Charakter auszeichnet? Dann ist das die Medaille, die du ihm verleihen kannst. Er hat nichts Außergewöhnliches geleistet? Auch nicht schlimm. Das haben die meisten Menschen nicht. Das kannst du vernachlässigen, wenn du nicht gerade über einen hochdekorierten Kriegsveteran schreibst, der ein Trauma erleidet und abstürzt. Oder über einen Lebensretter mit Bundesverdienstkreuz, der später nie wieder einem helfen wird. Die Medaille muss relevant für die Geschichte sein, sonst lass sie weg. Nie weglassen darfst du allerdings den inneren Konflikt:

Warum bin ich so wie ich bin?

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Funktioniert als Werbespruch der Volks- und Raiffeisenbanken und ebenso als Leitspruch für deine Geschichte. Deine Figur ist happy und zufrieden mit ihrem Leben? Das ist schön für sie, aber nicht für den Leser. Der will sehen, wie sich dein Protagonist zereißt, wenn er eine Krise meistern muss. Der Leser ist missgünstig. Anderen bei ihren Problemen zusehen macht Spaß. Mach ihm die Freude! Deinem Protagonist tut es nicht weh. Außerdem spricht ja nichts gegen ein Happy End, oder?

Das ist alles wichtig für glaubhafte Figuren?

Ja, das ist es. Punkt. Auch wenn dir deine neue Geschichte noch so sehr unter den Nägeln brennt: Nimm dir Zeit dafür!

Charaktere erschaffen und glaubhafte Figuren erhalten Charaktere erschaffen und glaubhafte Figuren erhalten mit dem Charaktersketch-Download als PDF